Forschungsgruppe Pfortmüller

Fluids, fluid overload, electrolytes and biomarkers in Critical Illness

Schwerpunkte

  • Flüssigkeitsüberladung und Infusionstherapie bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten
  • Elektrolyt- und Säurebasestörungen bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten
  • Evaluation von Stoffwechselveränderungen und Biomarkern zur Diagnostik und Prognoseevaluation kritischer Erkrankungen
  • Evaluation und Entwicklung prognostischer Scores zur Diagnose und Prognoseabschätzung in der Akutmedizin
  • Evaluation von auslösenden Faktoren, diagnostischen Methoden und therapeutischen Ansätzen bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten mit Nierenversagen

Kurzbeschreibung

Wir beschäftigen uns schwerpunktmässig mit der Verhinderung von Flüssigkeitsüberladung bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten. Flüssigkeitsüberladung führt zu einer erhöhen Sterblichkeit von kritisch kranken Patienten. Problematischerweise kann auf Flüssigkeitsgabe bei kritisch kranken Patienten nicht verzichtet werden, da diese zur Kreislaufunterstützung benötigt werden. Das Ziel der Gruppe ist es Methoden zu entwickeln, wie Flüssigkeitsüberladung reduziert werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt stellt die patienten-zentrierte Infusionsflüssigkeitswahl dar. Infusionstherapie wird aktuell in der Intensivmedizin undifferenziert durchgeführt. Problematischerweise besitzen die aktuell erhältlichen Infusionsflüssigkeiten unterschiedliche Elektrolyt- und Säurezusammensetzungen, welche sich auf die Organfunktionen (z. B. Herz, Gehirn, Niere) unterschiedlich auswirken. Das Ziel der Gruppe ist es herauszukristallisieren, welche Gruppe an kritisch kranken Patientinnen und Patienten von welcher Infusionsflüssigkeit am meisten profitiert.

Neben der Infusionstherapie untersuchen wir auch Elektrolyt- und Säure-Basestörungen bei kritisch kranken Patienten. Diese Störungen sind eng, aber nicht ausschliesslich, mit der Infusionstherapie vergesellschaftet. Die klinische Relevanz, insbesondere von Chloridstörungen, ist bislang ungeklärt und Gegenstand unserer Forschung.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschungsarbeit liegt in der Bewertung von laborchemischen Markern und deren Nutzen bei schwerkranken Patientinnen und Patienten. Wir haben insbesondere verschiedene Studien über D-Dimer und Thrombembolien (Thrombosen, Lungenembolie) durchgeführt. Thrombembolien weisen eine hohe Sterblichkeit auf und müssen bei Verdacht sicher ausgeschlossen werden können. Dies erfolgt klinisch in Kombination mit D-Dimer Messung und falls nötig, mit bildgebendem Verfahren. Problematischerweise können viele Patienten-abhängige Faktoren den D-Dimerwert beeinflussen und führen zu falschen Resultaten. Das Ziel unserer Gruppe ist es deshalb, Patienten-adaptierte D-Dimer-Grenzwerte für kritisch kranke Patienten zu entwickeln.

Unsere Forschungsarbeit resultiert in einem breiten Projektspektrum von Meta-Analysen/systematische Reviews über big-data-Projekte zu randomisierten doppel-blinden prospektiven Studien.

  • Dissertantinnen und Dissertanten sowie Masterstudierende der Medizin unterstützen uns regelmässig bei unseren Projekten.

Aktuelle Projekte

  • «REDUCE», protocolized early de-resuscitation in patients with septic shock, single center IIT (investigator-initiated trial) initiated by the Pfortmueller group
  • «HERACLES», Hypertonic saline in patients after cardiac surgery, single center IIT initiated by the Pfortmueller group
  • «CRYSTALLBrain», Crystalloid fluid choice and neurological outcome in patients after subarachnoid haemorrhage, multicenter IIT initiated by the Pfortmueller group
  • «CLASSIC», international randomized controlled clinical trial comparing restrictive versus liberal fluid therapy in patients with septic shock, international IIT from Denmark (Prof. A. Perner)
  • «TARTARE-2S», international randomized controlled trial comparing a macro-circulation to a tissue perfusion targeted management in patients with septic shock, international IIT from Finland (Prof. V. Pettilä)
  • «Hypo-P-ICU», international prevalence study on hypophosphataemia on the ICU, international IIT powered by the ESICM from Switzerland (Prof. M. Berger, Lausanne)
  • «Fluid overload in the critically ill: root-cause analysis and patient-centered outcomes», big data project on contributing factors and patient-relevant outcomes in the critical illness
  • «Chloride disorders in the critically ill: causes, consequences and relevance», big data project evaluating the relevance of chloride disorders in critical illness
  • «Patient-adjusted D-dimer cut-off levels for diagnosis of venous thromboembolic disease – A systematic review and meta-analysis»
  • «INDIVIDUALIZE», Individualized D-dimer cut-offs for exclusion of venous thromboembolism, multi-center IIT initiated by the Pfortmueller group

Wichtige Publikationen

Kollaborationen

Inselspital, Universitätsspital Bern

  • Universitäres Notfallzentrum (Prof. Dr. med. A. Exadaktylos, PD Dr. med. M. Müller, Prof. Dr. med. W. Hautz)
  • Universitätsklinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie (Prof. Dr. med. B. Eberle, Prof. Dr. med. G. Erdös, PD Dr. med. M. Lüdi)
  • Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie (Prof. Dr. med. L. Engelberger)
  • Universitätsklinik für Nephrologie und Hypertonie (Prof. Dr. med. D. Uehlinger)
  • Insel Data Science Center (IDSC)
  • Zentrum für Labormedizin (Prof. Dr. med. M. Fiedler, PD Dr. med. A. Leichtle)
  • Universitätsklinik für Infektiologie (PD Dr. med. S. Zimmerli)

Nationale Kollaborationen

  • Intensivstation Universitätsspital Basel (Prof. Dr. med. M. Siegemund, PD Dr. med. A. Hollinger)
  • CHUV (Centre hospitalier universitaire vaudois), Lausanne (Prof. Dr. med. M. Berger)

Internationale Kollaborationen

  • Collaboration for Research in Intensive Care (CRIC), Kopenhagen internationales Netzwerk zur Forschung bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten (Prof. Dr. med. A. Perner)
  • Medizinische Universität Wien (PD Dr. med. G.-Ch. Funk)
  • Innovative Clinical Trials Group, Universitätsmedizin Göttingen (UMG) (Prof. Dr. med. S. von Haehling)
  • Diverse Sektionen der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM)